40 Jahre Ulmbach-Neupetscher Kirchweih in Rechberghausen – 20. Juni 2026

Zum 40. Mal wurde in Rechberghausen die Ulmbach-Neupetscher Kirchweih gefeiert.
Dass dieses Jubiläum ein ganz besonderes Fest werden sollte, darüber waren sich die
Organisatoren von Anfang an einig. Das Motto stand daher schnell fest:
„40 Jahre – 40 (Trachten-)Paare“.
Ein ehrgeiziges Ziel, das am Ende sogar übertroffen wurde: am Samstag nahmen 43 Trachtenpaare am Fest teil.

Wie jedes Jahr begannen die Vorbereitungen bereits am Freitagnachmittag. Die Halle wurde festlich geschmückt, Tische und Bänke aufgestellt, ein „Maibaum“ in der Mitte der Tanzfläche errichtet und mit Blumensträußen dekoriert. Außerdem wurden der Vortänzer gewählt und der Kirchweihtanz geprobt. Anschließend ließ man den Abend in gemütlicher Runde ausklingen.

Am Samstag versammelten sich die Trachtenpaare in den Hopfengärten. Von dort zog der Festzug, begleitet von der Original Banater Schwabenkapelle unter der Leitung von Peter Pohl, zur katholischen Kirche. Das Bild der strahlend weißen Röcke und kornblumenblauen Tücher der Kirchweihmädchen sowie der bunt geschmückten Hüte der Kirchweihbuben gehört seit vier Jahrzehnten zum vertrauten Erscheinungsbild in Rechberghausen. Doch in diesem Jubiläumsjahr schien der Trachtenzug kein Ende
zu nehmen – ein beeindruckender und einmaliger Anblick.

Vor der Kirche hatten sich bereits zahlreiche Gäste aus nah und fern versammelt, um die Trachtenpaare zu begrüßen. Im anschließenden feierlichen Gottesdienst erinnerte Pfarrer Stadlbauer in seiner Predigt an die alte Heimat und an die dortige Kirche, die vor 250 Jahren erbaut und der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht wurde. Erstmals konnten die Inhalte des Gottesdienstes durch die Übersetzung in Gebärdensprache auch von gehörlosen Besucherinnen und Besucher unmittelbar mitverfolgt werden.

Nach dem Gottesdienst versammelten sich Trachtenpaare und Gäste auf dem Kirchplatz, wo traditionell der kühle Kirchweihwein ausgeschenkt wurde. Musikalisch umrahmt von flotten Ständchen der Original Banater Schwabenkapelle konnten sich alle stärken, bevor der Festzug weiter zum Rathaus zog. Dort wurden Bürgermeisterin Claudia Dörner, stellvertretend für die Bürgerinnen und Bürger von Rechberghausen, sowie
die Landtagsabgeordnete und Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Sarah Schweizer, offiziell zum Kirchweihfest eingeladen.

Begleitet von Marschmusik setzte der eindrucksvolle Festzug seinen Weg zur bereits am Vortag geschmückten TV-Halle fort. Dort warteten zahlreiche Gäste auf die Ankunft der Trachtenpaare. Unter großem Applaus zogen diese in den Saal ein, angeführt vom Vortänzerpaar Anna-Lena Buchmann und Benjamin Beck.

Der Vorsitzende der HOG Ulmbach-Neupetsch, Helmut Milles, begrüßte alle Anwesenden herzlich.
Besonders willkommen hieß er die Ehrengäste: Bürgermeisterin Claudia Dörner, den langjährigen ehemaligen Bürgermeister Reiner Ruf, den Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben Peter-Dietmar Leber, sowie den Vorsitzenden des Kreisverbandes Göppingen der Banater Schwaben Herbert Wild.

In seiner Ansprache dankte Helmut Milles allen kleinen und großen Trachtenpaaren sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die dieses Fest ermöglicht haben. Sein besonderer Dank galt auch der Gemeinde Rechberghausen, die der Ulmbach-Neupetscher Kirchweih vor 40 Jahren eine neue Heimat gegeben hat. Hervorgehoben wurde dabei die Familie Beck, die das Fest vor 40 Jahren erstmals organisierte und über
Jahrzehnte hinweg mit großem Engagement geprägt hat. Bis heute ist die ganze Familie – inzwischen schon in der dritten Generation – aktiv an der Gestaltung des Festes beteiligt.
Auch Bürgermeisterin Claudia Dörner bedankte sich bei allen, die über viele Jahre hinweg zum Gelingen der Kirchweih beigetragen haben. Ihr besonderer Dank galt den Verantwortlichen des Turnvereins Rechberghausen mit ihrem Vorsitzenden Alexander Göser. Wie schon in den vergangenen Jahren wurde auch diesmal das Kirchweihfest in der Halle des Turnvereins ausgerichtet.
Bundesvorsitzender Peter-Dietmar Leber zeigte sich beeindruckt vom Ablauf der Ulmbach-Neupetscher Kirchweih. In seiner Rede betonte er, dass das Fest mit seinem besonderen Kirchweihtanz und den einheitlichen Trachten ein echtes Alleinstellungsmerkmal unter den Kirchweihfesten der Banater Gemeinden besitzt.

Nach den Ansprachen folgten der traditionelle Kirchweihtanz, das Eckstückle sowie der Tanz für den glücklichen Gewinner des Kirchweihhutes. Anschließend war die Tanzfläche für alle Tanzbegeisterten freigegeben. Um 20 Uhr übernahm die Sunshine-Band die musikalische Unterhaltung und sorgte bis Mitternacht für beste Stimmung. Die Gäste, die in diesem Jahr zahlreicher als je zuvor angereist waren, nutzten die Gelegenheit, Neuigkeiten auszutauschen und gemeinsam Erinnerungen aufleben zu lassen.

Das Jubiläumsfest sollte etwas Besonderes werden – und genau das wurde es in jeder Hinsicht.
Die Zahl der Trachtenpaare erreichte einen neuen Rekord. Unter ihnen befand sich sogar ein Paar, welches bereits vor 40 Jahren bei der Kirchweih im Heimatort Ulmbach-Neupetsch mitgewirkt hatte. Viele weitere Paare tragen seit Jahrzehnten regelmäßig ihre Tracht und nahmen gemeinsam mit ihren Kindern und Enkeln am Fest teil.

Ein besonderer Dank gilt den zahlreichen Kindertrachtenpaaren. Mit großem Stolz präsentierten sie die Tracht und hielten trotz der hochsommerlichen Temperaturen tapfer bis zum Ende durch. Die jüngste Trachtenträgerin war gerade einmal zweieinhalb Jahre alt.

Auch das Wetter schrieb an diesem Tag Rekorde: Bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad stellte das Fest für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung dar. Umso größer ist der Dank an das gesamte Organisationsteam rund um Marianne Franz, das unter diesen Bedingungen für einen reibungslosen Ablauf sorgte.
Allen, die dabei waren, wird dieses 40. Kirchweihjubiläum als außergewöhnliches und unvergessliches Fest in Erinnerung bleiben.

Helga Ott, Helmut Milles

YouTube Beitrag von Hansi